Sommerfest im Interkulturellen Garten

Bündnis gegen Extremismus Laatzen pflanzt historischen Korbiniansapfel

Laatzen (PM). Ein Apfelbaum als Symbol für Widerstandskraft, Erinnerung und gelebte Demokratie: Mit einem Sommerfest im Interkulturellen Garten Laatzen hat das Bündnis gegen Extremismus Laatzen für Demokratie und Vielfalt am 14. August, sein einjähriges Bestehen gefeiert.

drei Menschen stehen fröhlich in einem grünen Naturgarten bei Sonnenschein und blauem Himmel.

Rund 40 Gäste aus Verwaltung, Politik und ehrenamtlichem Engagement sowie Teilnehmer des Interkulturellen Gartens kamen an der Flemingstraße zusammen.

Udo Hetmeier vom Trägerverein Jukus e. V., der den Interkulturellen Garten seit 15 Jahren leitet, begrüßte die Gäste und stellte Mitglieder, Unterstützende sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung vor.

Frisch gebackenes Brot aus dem Gartenbackofen, ein reichhaltiges Mitbring-Buffet mit vielfältigen Speisen und Livemusik der Singer-Songwriterin Lili Borgas sorgten für eine offene und herzliche Atmosphäre.

Wie selbstverständlich gelebte Vielfalt und Begegnung an diesem Ort funktionieren, zeigte sich auch während des Festes: Menschen, die eigentlich nur in den Garten gekommen waren, um ihre Beete zu pflegen, wurden spontan eingeladen, dazuzukommen und sich an Gesprächen und gemeinsamer Runde zu beteiligen. Gerade diese Offenheit mache den besonderen Charakter des Interkulturellen Gartens aus, betonte Christine Rupp vom Bündnis.

Ein Baum mit besonderer Geschichte - Höhepunkt des Nachmittags war die gemeinsame Pflanzung eines besonderen „Baums der Demokratie“.

Arthur und Christine Rupp vom Bündnis gegen Extremismus für Vielfalt und Demokratie pflanzten zusammen mit Udo Hetmeier einen Korbiniansapfel, der künftig im Interkulturellen Garten wachsen und gedeihen soll. Die Geschichte dieser Apfelsorte reicht zurück in die Zeit des Nationalsozialismus. Der katholische Pfarrer und Pomologe Korbinian Aigner, ein entschiedener Gegner des nationalsozialistischen Regimes, wurde verfolgt und im Konzentrationslager Dachau inhaftiert.

Während seiner Gefangenschaft gelang es ihm, Apfelsämlinge zu ziehen. Eine dieser Sorten, zunächst als „KZ-3“ bezeichnet, wurde später zu seinen Ehren Korbiniansapfel genannt.

Arthur Rupp erzählte den Gästen die Geschichte des Baumes und schlug dabei den Bogen zur Gegenwart. Ein Baum, der unter den Bedingungen eines Konzentrationslagers entstand, stehe in besonderer Weise für Widerstandskraft und den Willen, selbst unter unmenschlichen Bedingungen Zukunft entstehen zu lassen.

Demokratie sei nicht selbstverständlich, so die Botschaft des Bündnisses. Sie müsse immer wieder vermittelt, geschützt und im täglichen Miteinander gelebt werden. Ein Schild des Bündnisses soll künftig neben dem Apfelbaum auf dessen Geschichte und Bedeutung hinweisen.

Auch die Stadt Laatzen unterstrich anlässlich des Festes ihre Unterstützung für das Bündnis. Stephan Bunjes, Fachbereichsleiter Soziales der Stadt Laatzen, erklärte: „Die Stadt Laatzen steht fest zu den demokratischen Grundrechten und ihren grundlegenden Werten wie Vielfalt, Respekt, Teilhabe und Toleranz.

Deshalb begrüßen wir es außerordentlich, dass sich ein breites Bündnis aus Vereinen, Verbänden und Initiativen gegründet hat, das für diese wichtigen Werte einsteht und einer wehrhaften Demokratie in Laatzen ein klares Gesicht gibt.“

Demokratie dürfe kein Selbstzweck sein, betonte Bunjes weiter. Die Stadt wünsche dem Bündnis auch für die Zukunft viel Schaffenskraft und zahlreiche weitere Mitstreiter.

Der neu gepflanzte Korbiniansapfel soll nun im Interkulturellen Garten Wurzeln schlagen – als lebendiges Zeichen für Erinnerung, Widerstandskraft, Demokratie und gesellschaftliche Vielfalt.